written by Immobilienrendite
published on 11.02.2026
In Österreich wächst der Markt für Serviced Apartments rasant auf bereits 11.000 Einheiten. Wer hier bestehen will, muss aber mehr bieten als "nur" ein Dach über dem Kopf. Denn das Interieur muss jetzt auch für die Instagram-Story taugen.
Der erste Eindruck zählt heute immer öfter auf dem Smartphone-Display. Wenn das mintgrüne Sofa im Sixties-Look auf den gemütlichen Lounge-Chair trifft und die Küche mit edlen Accessoires sowie Grünpflanzen hip aufgemöbelt ist, sticht das nicht nur Besuchern vor Ort wohlgefällig ins Auge, sondern flutet als Foto auch die sozialen Kanäle. Dieser Trend zur Inszenierung hat handfeste wirtschaftliche Folgen: In Österreich gibt es mittlerweile rund 11.000 vollausgestattete Bleiben, die als Serviced Apartments die Lücke zwischen langfristiger Miete und dem Hotelaufenthalt schließen. Speziell junge Menschen, die über ihren endgültigen Lebensmittelpunkt noch nicht entschieden haben, wählen gerne dieses smarte Logiskonzept.
Emotionen als Door-Opener
Markus Augenhammer, Vorstand der Immobilienrendite AG, erkennt in der Vermarktung über soziale Netzwerke eine neue Notwendigkeit. Auf dem Mietmarkt spielen Emotionen eine immer größere Rolle, da laut Augenhammer nicht nur das Hirn über Faktoren wie Lage und Leistbarkeit entscheidet, sondern auch das Herz. Eine Einrichtung am Puls der Zeit kann dabei zum sprichwörtlichen "Door Opener" werden. Allerdings reduziert diese Fixierung auf kurzfristige Wohntrends die Halbwertszeit der Ausstattung deutlich. Während vor 15 Jahren dunkler Parkettboden noch als gefragte Luxusvariante galt, ist dieser bei Designfans nun "out": Um ihn aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht herausreißen zu müssen, setzen Experten auf clevere Kombinationen mit hellem Mobiliar im derzeit extrem angesagten Scandinavian-Style.
Die Stilwelten der modernen Nomaden sind dabei klar definiert. Da gibt es die Anhänger des nordischen Wohnens, die unter Begriffen wie "hygge" oder "lagom" helle Hölzer, natürliche Farben und echte Materialien wie Wolle oder Leinen bevorzugen. Hier werden skandinavische Design-Klassiker wie der Egg- oder Swan-Chair von Arne Jacobsen gerne mit Vintage-Erbstücken gemischt. Im Gegensatz dazu stehen die "Urbanistas" in ihren Industrie-Lofts. Ihr Interieur glänzt bewusst mit Gebrauchsspuren im Shabby-Style oder nacktem Backstein-Look, um den Zeitgeist von Metropolen wie New York oder Berlin zu versprühen. Eine ganz andere Nische bedient der Steam-Punk-Style, der mit dunklen Wandfarben, rohem Stahl und Accessoires aus der Dampfmaschinen-Ära eine eher kühle und düstere Atmosphäre schafft.
Zwischen Upcycling und Vollausstattung in St. Pöltener Modell
Wie diese zeitgemäßen Konzepte in der Praxis funktionieren, zeigt die Immobilienrendite AG derzeit in St. Pölten. In zwei sanierten Gebäuden werden in die Jahre gekommene Einheiten durch moderne Serviced Apartments ersetzt. Die Mieter finden dort beim Einzug im Frühling eine Vollausstattung vor, die vom Besteck bis zur Bettwäsche reicht. Mathias Mühlhofer, Sanierungs-Experte und ebenfalls Vorstand des Unternehmens, betont die hohe Nachfrage nach Kurzzeitmieten in volatilen Zeiten. Wer für das Studium oder den Job nach St. Pölten kommt, möchte sein Interieur oft nicht sofort mit dem Möbelwagen transportieren. Damit die Apartments trotz individueller Vorlieben "instagrammable" bleiben, setzen die Designer auf einen modernen, neutralen Grund-Look, den die Bewohner durch eigene Akzente wie Pölster oder Kerzen blitzschnell für ihre digitale Community in Szene setzen können.
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